Mitch - Hundeschule Mitch

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Ambros zur weissen Prinzessin, genannt Mitch, 3. März 1993 bis 27. Mai 2002

Schon als Andy noch (scheinbar) gesund und fit gewesen ist und wir damit rechnen durften, unser Leben noch einige Jahre mit ihm teilen zu dürfen, haben wir uns Gedanken darüber gemacht, welcher Rasse unser nächster Hund mal angehören würde. Eines war sicher, ein solcher Collie, wie Andy es war, selbstbewusst, wesensstark, temperamentvoll und gross würden wir nie mehr finden. Wir wollten später mal nicht in die Versuchung kommen, zu “vergleichen”. Ich lernte bei unseren Ausflügen auf die Berner Allmend eine weisse Schäferhündin kennen, welche zwar nicht unbedingt “schön” gewesen war, aber ein unvergleichliches Wesen zeigte. Immer gut gelaunt, sicher, menschen- und hundefreundlich, aufmerksam und eine unerschütterlich positive Lebenseinstellung!
Da Ende der achziger, Anfang neunziger Jahre die Bestrebungen im Gange waren, die Rasse “Weisser Schäferhund” anerkennen zu lassen, war innerhalb der SKG immer mal wieder etwas über sie zu lesen. An der IHA 1993 in Bern durften die Weissen erstmals innerhalb einer FCI-Ausstellung gezeigt werden. Dort knüpfte ich erste Kontakte mit Vorstandsmitgliedern des neu gegründeten SKG-Vereins “GWS = Gesellschaft weisse Schäferhunde Schweiz”. Ich beobachtete die ausgestellten Weissen Schäfer vorallem im Hinblick auf ihr Verhalten und machte mir fleissig Notizen, damit ich später vielleicht mal einen Enkel einer der ausgestellten Hunde zu mir holen könnte. Ich lernte einen Züchter kennen, der mir erzählte, einen Wurf von gerade 14 Tage alten Welpen zu haben, ich dürfe ihn und seine Hunde in ein paar Wochen gerne besuchen, um mehr über diese Rasse erfahren zu können.
Das war an einem Sonntag. Am folgenden Donnerstag wurde Andy infolge seines bösartigen und bereits weitverbreiteten Enddarm-Tumors eingeschläft. Nun hatte der Wurf des erwähnten Züchters auf einmal eine ganz andere Bedeutung. Wir drei, mein Mann, unser damals knapp 8jähriger Sohn und ich waren uns sehr bald einig, dass Andy immer in unserem Herzen bleiben wird, dass wir aber evtl. schon bald einen Welpen zu uns nehmen würden. Ein Lebewesen kann durch kein anders ersetzt werden. Egal, wie lange man wartet, bis ein neuer Hund in die Familie aufgenommen wird, es ist nie ein Ersatz für den, der über die Regenbogenbrücke gegangen ist.


Wir besuchten also am ersten Samstag im April die damals etwas mehr als 4 Wochen alten Kinder von Leila. Es waren 8 Welpen, 3 Rüden, 5 Hündinnen. Und alle sahen auf den ersten Blick gleich aus, deshalb hatte Verena Steffen den Welpen verschiedenfarbene “fingergestrickte” Wollhalsbändchen umgebunden. Je ein Rüde und eine Hündin trugen keines. Leila, welche ihren ersten Wurf aufzog und Dixie, die andere erwachsene Weisse Schäferhündin hatten uns noch nie vorher gesehen. Für keine der beiden stellten wir auch nur das geringste Problem dar! Unser kleiner Reto durfte die kleinen Welpen in die Hände nehmen, sie streicheln und er durfte sich sogar zu Leila und den Kleinen in die Wurfkiste setzen. Leila war nicht an Kinder gewohnt… Dieses Verhalten der Mutterhündin hat uns überzeugt. Bald war klar, dass wir gerne einen Rüden aus diesem Wurf zu uns nehmen möchten. Die Züchter Bruno und Verena Steffen haben darum gebeten, dass wir alle es uns ein paar Tage überlegen und dann entscheiden sollten. Wir, ob wir wirklich einen Weissen Schäferhund übernehmen und sie, ob wir als zukünftige Familie eines ihrer Welpen in Frage kommen. Auch dieses Vorgehen hat mich sehr überzeugt! Bruno hat mir dann aber schon am übernächsten Tag am Telefon gesagt, dass sie unter den 20 Welpeninteressenten u.a. uns ausgelesen hätten und ich dürfe (weil ich am meisten Hundeerfahrung von allen hatte) wenn die Kleinen ca. 8 Wochen alt wären, sagen, welchen der drei Rüden ich möchte. Von da an bin ich manchmal allein, manchmal mit Mann und Sohn, mindestens einmal pro Woche bei Steffens zu Besuch gewesen. Ich habe besonders die drei Rüden aufmerksam im Verhalten beobachtet. Äusserlich glichen sie sich immer noch sehr, nur der ohne Halsbändeli war etwas grösser als die anderen.


Reto mit Leila (Mutter) und Dixie und den etwa 6 Wochen alten Welpen.

Am 25. Mai 1993 war es dann soweit! Mitch ist bei uns eingezogen. Von der ersten Minute an hat er sich bei uns wohlgefühlt. Mitch entwickelte sich zu einem prächtigen, wesenstarken und äusserst problemlosen Rüden! Für ihn war die Welt einfach in Ordnung. Alles, was ich mit ihm machte, sollte so sein! Nie hat er irgend etwas in Frage gestellt, immer war es einfach super, was wir zusammen unternahmen oder was ich von ihm verlangt habe.

Mitch hatte in seinem ganzen Leben eine vorherrschende Grundeinstellung: das Leben ist positiv! Und wenn mal etwas Schlechtes passierte, dann war das in seinen Augen ganz sicher einfach nur ein Irrtum!

Er hat nie gerauft, ich konnte ihn problemlos mit allen Hunden zusammen lassen. Mit vielen hat er gespielt, viele haben bei ihm Schutz und Sicherheit gesucht, wenn es in einem Rudel mal etwas kritisch geworden ist. Ich hatte ihn in der Hundeschule immer dabei und in seiner Anwesenheit konnte ich die Hunde in jeder Gruppe freilaufen lassen, Mitch war Garant dafür, dass es nirgends Krach gab. Nicht, weil er Kontrahenten mit Gewalt am Raufen gehindert hätte, wenn er da war, gab es gar keine negative Stimmung.

Sesselliftfahren war für den 15 wöchigen Mitch kein Problem.

Eine meiner Hundeschul-Gruppen, ausser Mitch war noch der langstockhaarige Weisse Schäferhund Leo dabei.

Wir trainierten und starteten mit viel Spass und Erfolg an sehr vielen Hundeprüfungen. Sanitätshund 1 – 3, Suchhund, Wasserarbeitshund 1 – 3 und Brevet 4, Obedience 1 – 3, wo wir 3 mal an der Schweizermeisterschaft starten konnten.

Mitch ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Hunde aus der Anfangszeit der faszinierenden Hundesportart Obedience gewesen. Seine positive Ausstrahlung, seine Aufmerksamkeit und sein freudiges Arbeiten (und seine Abneigung gegen das Metall-Apport!) sowie seine tolerante und freundlich-zurückhaltende Art werden vielen lange in Erinnerung bleiben! Er hat in gewisser Weise die Philosophie von Obedience verkörpert: Exaktheit, Aufmerksamkeit, Freude an der Teamarbeit, nie verbissen!

Unsere erste Obedienceprüfung haben wir am 15.6.1996 (290 P. 1. Rang) und die 56. und letzte am 8.12.2001 anlässlich der Schweizer Meisterschaft (228,5 P. sg, 6. Rang von 17 gestarteten) gemeinsam abgelegt.

Am 27. Mai 2002 habe ich mich zusammen mit dem Tierarzt entschlossen, ihn einschläfern zu lassen, weil er durch Lähmungen im hinteren Wirbelsäulenbereich daran gehindert wurde, seine Lebensfreude und Aktivität so ausleben zu können, wie er es gerne gewollt hätte.

Mitch, Du wirst mir immer unvergessen bleiben. Dein Humor, Deine Liebe, Deine positive Lebenseinstellung haben mir für mein eigenes Leben unheimlich viel gegeben! Ich habe durch Dich gelernt, vor allem zuerst das Gute in einem Menschen, einem Tier oder einer Angelegenheit zu suchen und auch meistens zu finden! Ich danke Dir für Dein Vertrauen in mich, dafür dass Du nie in Frage gestellt hast, wer von uns beiden die Verantwortung für uns trägt! Du hast sehr vielen Hunden geholfen, Sicherheit im Umgang mit Artgenossen und Menschen wieder zu finden. Ich bin überzeugt, dass es Dir dort, wo Du jetzt bist auch gut geht!

 
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